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Der Kammerjäger privat

Oktober 30th, 2009 · No Comments

Ein Kammerjäger ist in seinem Beruf mancher Beanspruchung ausgesetzt, die weniger mit körperlicher Betätigung als mit seinem Empfinden zu tun hat. Man braucht ein sehr dickes Fell, um all die Dinge ertragen zu können, denen man ausgesetzt ist. Da dreht sich bestimmt manches Mal das Frühstück noch einmal im Magen um, wenn gewisse Aufträge zu erledigen sind.

Ein Einsatz bei Lebensmittelmotten, Holzschädlingen oder auch Ratten und Mäusen gehört sicher nicht dazu. Kaum ein Mensch kann es jedoch ertragen, in einer Wohnung zu arbeiten, in der mehrere Wochen eine verwesende Leiche gelegen ist, und um die herum sich allerlei Getier angesammelt und vermehrt hat. Atemschutz ist eine Möglichkeit, aber auch hier ist man voller Ekel und Abscheu, wenn diese Arbeit erledigt werden muss. Selbst wenn die Leiche schon abtransportiert wurde, hängt der Verwesungsgeruch noch in den Räumen und ist einfach schwer zu ertragen.

Auch in den Wohnungen von Messies muss der Kammerjäger einiges aushalten können. Schimmel, nicht nur an Lebensmitteln, sondern auch an der ganzen Einrichtung, dazu Fäkalien der Ratten, tote Tiere, allerlei Kleintiere: Sich hier durchzukämpfen ist sicher keine leichte Aufgabe. Dennoch muss die Arbeit erledigt werden, ganz gleich, wie es am Einsatzort aussieht, riecht oder anderes.

Das Bedürfnis, nach Feierabend erst einmal gründlich zu duschen, die Kleidung zu reinigen und frische Luft zu atmen, wird sicher jeder Kammerjäger verspüren. Ungeziefer mit nach hause zu bringen, wäre eine Katastrophe, denn eigentlich wünscht man sich nichts weniger, als einen Befall im eigenen Hause, auch wenn der Fachmann hier vor Ort wäre.